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Verein

Geschichte

Über 150 Jahre Turnverein in Verlautenheide – von der Wiese bis in die Oberliga.

Die Zeitleiste zeigt die wichtigsten Stationen des Vereins von der Gründung 1874 bis heute, mit historischen Fotos aus vielen Jahrzehnten.

  1. 1874

    Acht junge Männer gründen einen Turnverein

    In Eilendorf, Brand, Weiden, Würselen und Haaren gibt es schon Turnvereine, als acht junge Männer auch in Verlautenheide einen gründen. Erster Vorsitzender wird Heinrich Hermanns. Einen Teil der Geräte bauen die Turner selbst. Im Winter turnen sie im Saal einer Gastwirtschaft, im Sommer auf einer Wiese.

    In den Anfängen: Pferdsprung auf der Wiese
    In den Anfängen: Pferdsprung auf der Wiese
  2. 1894–1914

    Turnfeste und die erste Fahne

    Wettkämpfe werden als Turnfeste auf Wiesen ausgetragen, und die Vereine des Turngaus richten sie abwechselnd aus. Zum 20-jährigen Bestehen veranstaltet der Verein 1894 ein Turnfest, 1914 ein Gauturnfest, bei dem er seine erste Fahne einweiht. Kurz darauf beginnt der Erste Weltkrieg.

    Großraumvorführungen waren neben den Festzügen die Höhepunkte bei den Turnfesten
    Großraumvorführungen waren neben den Festzügen die Höhepunkte bei den Turnfesten
  3. 1918–1924

    Wiederaufbau nach dem Ersten Weltkrieg

    Im Ersten Weltkrieg fallen elf Turner des Vereins. Matthias Vonderbank als Vorsitzender, Gerhard Dohmen als Oberturnwart und Josef Hermanns als Geschäftsführer bauen den Verein wieder auf. 1919 organisieren sie das erste Gauturnfest nach dem Krieg, und zum 50-jährigen Bestehen 1924 richtet der Verein ein Bezirksturnfest aus.

    Gerhard Dohmen, Oberturnwart, und Matthias Vonderbank, 1. Vorsitzender
    Gerhard Dohmen, Oberturnwart, und Matthias Vonderbank, 1. Vorsitzender
  4. 1925

    Die Handballer werden Gaumeister

    Auf Wunsch vieler Mitglieder gründet der Verein eine Feldhandballabteilung. 1927 werden die Handballer Gaumeister und spielen um die westdeutsche Meisterschaft, manchmal vor bis zu 2000 Zuschauern. Den Titel des Gaumeisters holen sie noch zweimal. In den 1950er-Jahren endet die Abteilung: Die Herrenmannschaft hat zu wenige Spieler, und Hallenhandball ist in Verlautenheide nicht möglich.

  5. 1933–1945

    Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

    1935 wird der 1912 gegründete Fußballverein SV Eintracht Verlautenheide in den Turnverein eingegliedert. Im Krieg kommt der Turn- und Spielbetrieb fast völlig zum Erliegen, weil die meisten Sportler eingezogen werden. 13 Mitglieder fallen oder bleiben vermisst, der Turnsaal und die Geräte werden zerstört.

  6. 1946

    Neuanfang auf der Wiese und in der Scheune

    Unter dem Vorsitzenden Josef Vonderbank beginnt 1946 der Neuanfang. Die Fuß- und Handballer spielen auf dem hergerichteten Sportplatz, die Turner üben auf einer Wiese. Ab 1950 trainieren sie in der Scheune des neuen Vorsitzenden Wilhelm Palm: Der Barren steht in der Scheune, die Reckstange hängt zwischen zwei Mauern, und Heu ersetzt die Bodenmatten.

    Volksfest 1948 auf der Mertenswiese, heute Türmchenweg
    Volksfest 1948 auf der Mertenswiese, heute Türmchenweg
  7. 1954

    Eine Turnhalle für Verlautenheide

    Rechtzeitig zum 80-jährigen Bestehen wird die Gemeindeturnhalle eingeweiht, beim Bau haben die Mitglieder mitgeholfen. Mit der Halle öffnet sich der bis dahin reine Männer- und Jungenverein für Mädchen und Frauen: Martha Hermann baut das Mädchenturnen auf. Das Gerätturnen rückt in den Mittelpunkt, und die Tradition der Schauturnen beginnt. 1955 trennt sich der Verein von den Fußballern.

    Einweihung der Turnhalle 1954
    Einweihung der Turnhalle 1954
  8. 1955–1964

    Götzwanderung, Festzüge und das erste Festzelt

    Kameradschaftsabende, Stammtisch, Kegelkreis und Busfahrten prägen das Vereinsleben. An Christi Himmelfahrt gehen oft über 100 Mitglieder auf die „Götzwanderung“. 1960 stellt der Verein eine neue Fahne vor, die erste war im Krieg verloren gegangen. Das 90-jährige Bestehen wird 1964 zum ersten Mal drei Tage lang im Festzelt gefeiert, mit Ehrenabend, Festzug aller Ortsvereine und Dorfabend.

    Götzwanderung 1958
    Götzwanderung 1958
  9. 1974

    100 Jahre

    Das 100-jährige Bestehen feiert der Verein drei Tage lang, mit dem Oberbürgermeister als Schirmherrn. Ein Festzug führt zum neuen Sportplatz Heider Hof, wo 70 Aktive ein großes Schauturnen zeigen.

    Schauturnen auf dem Sportplatz 1974
    Schauturnen auf dem Sportplatz 1974
  10. 1975–1984

    Das erfolgreichste Jahrzehnt

    Sportlich ist es das stärkste und erfolgreichste Jahrzehnt der Vereinsgeschichte. Die Männermannschaft wird 1975 Gauvizemeister, 1984 holen die Turnerinnen der C-Jugend den ersten Gaumannschaftstitel des Vereins. Der Verein wächst auf über 200 Mitglieder und feiert 1984 sein 110-jähriges Bestehen drei Tage lang im Festzelt neben der Turnhalle.

    Pyramidenbau der Turner und Turnerinnen 1984
    Pyramidenbau der Turner und Turnerinnen 1984
  11. 1978

    Das „Muskelkätzchen“

    Die Vereinszeitung „Muskelkätzchen“ erscheint zum ersten Mal. 25 Jahre lang berichtet sie aus dem Vereinsleben, ab 1995 professionell gedruckt und an alle Haushalte in Verlautenheide verteilt.

    Die Vereinszeitung „Muskelkätzchen“
    Die Vereinszeitung „Muskelkätzchen“
  12. 1994

    120 Jahre

    Zum 120-jährigen Bestehen wird noch einmal im Festzelt gefeiert, doch der Besuch zeigt, dass drei Festtage nicht mehr in die Zeit passen. Ein Höhepunkt ist das Jubiläumsschauturnen, eines der besten in all den Jahren.

    Schauturnen im Jubiläumsjahr 1994 in der alten Turnhalle, im Bild Norbert Dühr. Die Zuschauer saßen sogar auf den Fensterbänken.
    Schauturnen im Jubiläumsjahr 1994 in der alten Turnhalle, im Bild Norbert Dühr. Die Zuschauer saßen sogar auf den Fensterbänken.
  13. 1995–2004

    Viele Kinder und große Erfolge

    Durch das Neubaugebiet Großheidstraße kommen viele Kinder in den Verein, es entstehen Wartelisten. Sportlich sind es starke Jahre: Die Männermannschaft wird 1998 bis 2000 dreimal in Folge Gaumeister, und bei den Gerätfinals des Turngaus holt der Verein 1999 zwölf Einzeltitel. Zum 125-jährigen Bestehen 1999 gibt es ein Schauturnen mit Reckweltmeister Ralf Büchner.

    Nikolausfeier in der Turnhalle 1995
    Nikolausfeier in der Turnhalle 1995
  14. 2004–2005

    Eine neue Halle

    Die alte Halle ist nach 50 Jahren so marode, dass dort nur noch eingeschränkt Sport möglich ist. 2004, im Jahr des 130-jährigen Bestehens, wird sie abgerissen, und die Wettkämpfer trainieren ein Jahr lang in anderen Hallen. 2005 ist die neue Halle fertig, und für den Verein ist sie die Rettung: Zum ersten Mal kann er selbst Wettkämpfe ausrichten.

  15. 2005–2025

    Zurück in der Liga

    Nach 24 Jahren Pause starten die Männer 2005 wieder in der Landesliga. Von 2016 bis 2023 turnen sie in der Oberliga, 2025 gelingt der Wiederaufstieg.

    Die Landesliga-Mannschaft 2024 in Oberhausen
    Die Landesliga-Mannschaft 2024 in Oberhausen
  16. 2024

    150 Jahre

    Der Verein feiert sein 150-jähriges Bestehen mit einem Ehrenabend im Pfarrheim St. Hubertus und einem großen Schauturnen am 26. Mai 2024 in der Turnhalle Verlautenheide. Zum Jubiläum stellen Manfred Hahn und Dr. Siegfried Graf eine Festschrift zusammen.

    Wenn du mehr wissen möchtest: In der Festschrift steht die ganze Geschichte des Vereins, mit vielen weiteren Fotos.

    Schauturnen zum 150-jährigen Bestehen am 26. Mai 2024
    Schauturnen zum 150-jährigen Bestehen am 26. Mai 2024